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6. November 2011 Flo

Fit As Fu*k ’11

Gemeinschaftliches Wettkampferlebnis

Wer eine Reiste macht, kann was erzählen. Wer gemeinsam reist, kann was erleben. Die Fit As Fu*k Challenge in Kopenhagen ist eine der angesagtesten CrossFit Events in Europa, daher wollten wir uns das Spektakel nicht entgehen lassen. Drei Leute bilden ein Team, und angemeldet waren wir eigentlich von Anfang an. Flo hatte im vergangenen Jahr schon als Judge mitgemacht. Wie setzt sich ein Teamzusammen? Eine Dame und zwei Herren müssen es sein. Nachdem ein paar Szenarien denkbar waren, fiel die Wahl dann auf Sassi, Tino und Janosch. Was sie und uns erwarten und wie es werden würde, wusste niemand so recht. Das ist aber auch unwichtig. CrossFit bereitet uns auf das Unerwartete vor. Allzeit bereit sind wir also. Trotzdem war es ganz angenehm, dass die Workouts drei Tage vorher bekannt gegeben wurden. Diese kommen aber später.

Als Gemeinschaft schickt man seine Krieger nicht allein, sondern ein ganzes Heer in die Schlacht. So sattelten wir den Mietwagen und traten die Reise in den Däischen Norden zu neunt an. Die Hinfahrt wurde selbst schon zum ersten Abenteuer. Eine nicht ganz optimal gewählte Abfahrtszeit (Feierabend- & Wochenendverkehr Berlin!!!), kleinere Komplikation (Navigation versus Orientierungssinn) und ein großes Unwetter (für die Wikingervölker icht ungewöhnlich, also blieben auch wir auf Kurs) machten aus sechs Stunden Fahrt insgesamt elf.

© Janosch Bösche

Wir erreichten Kopenhagen und das Hostel also mitten in der Nacht, eilten ins Bett und bekamen zumindest noch bis zu vier Stunden Schlaf. Keine optimale Vorbereitung, aber Ausreden gibt es bei uns nicht.

Mit dem Aufstehen begannen die Vorbereitungen der Krieger. Alle hatten ihre Art, sich für die Herausforderungen des Tages zu wappnen. Die Aufregung nahm zu, Vorfreude und Respekt mischten sich dazu. So konnten wir es nicht mehr erwarten, endlich zum Turnierplatz zu kommen. Bei Ankunft wurde uns dann schnell ganz bewusst: Wir folgen dem olympischen Leitsatz: Dabei sein ist alles. Kraftsport hat in den skandinavischen Ländern den Stellenwert wie Fußball bei uns, ist wohl der beliebteste Breitensport. Dementsprechend kommen schnell Erinnerungen an de Wikinger und nordischen Seefahrerstämme, die damals auch nicht größer gewesen sein können.

CrossFit wäre aber nicht CrossFit, wenn alle doch irgendwie ganz entspannt und kameradschaftlich sind. Bei den morgendlichen Ankündigungen der Organisationsleitung setzen sich alle ganz artig hin und hören aufmerksam und zu. Danach haben wir noch einmal eine knappe Stunde, uns auf das erste Workout vorzubereiten, aufzuwärmen und den Wettkampfgeist zu fokussieren.

© Peter Jonath

© Peter Jonath

Das erste Team Workout hat es dann auch in sich: AMRAP 15 (So viele Wiederholungen wie möglich in 15 Minuten)

  • A: 60 kettlebell snatches 16/24 kg.
  • Shuttle run 25 m.
  • B: 60 burpees
  • Shuttle run 50 m.
  • C: 60 toes to bar
  • Shuttle run 75 m.
  • D: 60 pistols
  • Shuttle run 100 m.

Dabei ist zu beachten, dass Sassi bis heute noch keinen einzigen(!!!) Toe to Bar, Tino keine und Janosch drei Tage vorher seine ersten Pistols, d.h. einbeinige Kniebeugen, gemacht hatten. Die Frage war also nur: Wie weit kommen wir, und wie viele Wiederholungen schaffen die anderen Teams? Und als es dann los geht, sieht es auf einmal ganz gut aus. Wir haben uns auf den Ausdauer-sparenden Wechsel alle fünf Weiderholungen geeinigt.

Obere Kettlebell Snatch Position © Peter Jonath

 

Die Kettlebell snatches fliegen nur so weg, schnell laufen wir das erste Mal los. Auch die 60 Burpees leisten wir zügig, wie die anderen gewöhnen wir uns schnell daran, man nicht nur kurz hoch, sondern auf einen kleinen Betonpfeiler zu springen.

Tino beim Burpee, auf den Pfeiler rechts wird gesprungen. © Luzia Bette

50 Meter Lauf, als nächstes kommen die Toes-2-Bar (T2B), d.h. an die Klimmzugztange hängen und die Füße hoch. Nur der gleichzeitige Kontakt beider Füße zählt als Wiederholung. Da Sassi die T2B vorher noch nicht konnte, will sie Tino und Janosch diese machen lassen. Aber die beiden zögern nicht und lassen sie es probieren. Und siehe da, Sassi zieht die ersten zwei, drei, vier T2B durch.

Die Energiewellen und ihr Sportsgeist entfesseln ungeahnte Kräfte in Sassi.Weiter geht’s zum nächsten Lauf. Das Feld ist mittlerweile weit gestreut, auch wenn die ersten bereits ihre zweite Runde beginnen, einige sind wie wir noch in der ersten und greifen die Pistols an. Es bleiben noch etwa fünf der 15 Minuten, wie viele einbeinige Kniebeugen schaffen wir, wie viele Punkte werden wir wohl holen? Sassi und Tino probieren sie, aber heute soll es nicht sein. Janosch beginnt etwas unsicher, aber das Training mit dem erfahrenen Alex am Donnerstag hat geholfen. Die Energiewelle des anfeuerernden Publikums schiebt nach Sassi und Tino nun auch Janosch, er kämpft, und einige Kniebeugen gelingen, bei einigen verliert er das Gleichgewicht, diese zählen nicht. Als ihm Sohlen der Schuhe zu weich sind, kurz streift er die Zigs ab und macht barfuß weiter. Ein klares Zeichen gegen die Reebok-Treter.

In Schieflage: Janosch bei den Pistols, noch hat er die Schuhe an.

Am Ende stehen 34 Pistols auf dem Zettel des Schiedsrichters. Das hätte dann doch niemand gedacht. Als uns „nur“ 17 Punkte auf den vorletzten Platz fehlen, gibt dann sogar etwas Hoffnug für die zweite Runde, das WOD 2. Jetzt heißt es aber erstmal regenerieren und Batterien wieder aufladen (dazu ab ins Competitor House) und die anderen in den Einzelwettkämpfe anfeuern.

Viel Dank gilt an dieser Stelle Luci, die sich den Werksathleten angenommen und diese zu neuer Kraft gut durchgeknetet hat.

© Tino Hildebrandt

WOD 2: In 15 Minuten muss jedes Teammitglied das maximale Gewicht für diese Gewichthebekombination finden:

  • 1 clean anyhow + 3 front squats + 1 jerk

Gezählt wird die Summe des jeweils höchsten Gewichtes der drei Teammitglieder. Die Herausforderung bei dieser Übung ist, dass das Gewicht zwischendurch nicht abgesetzt werden darf. Angepeitscht von den motivierenden Zurufen der Zuschauer, den Tipps von Trainer Flo und Alex erkämpften sich die drei neue Bestwerte, die am Ende zur soliden Verteidigung des letzten Platzes reichten.

© Luzia Bette

Dabei sein ist alles, und wir feiern unsere neuen persönlichen Rekorde, das gemeinsam erreichte und die neuen Erfahrungen. Und so fühlten wir uns sicher nicht wie Verlierer an diesem Tag.

© Luzia Bette

Vielen Dank an die Ausrichter der tollen Veranstaltung:

Das Fit As Fuck Blog sowie Butcher’s Lab & Butcher’s Garage

Bestimmt sehen wir uns im nächsten Jahr wieder. Gemeinsam stärker, schneller, und mit noch mehr Spaß.

 

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WOD